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Die langen Schatten des Jahres 2027

Viele Konzertprogramme werden auch unter Berücksichtigung von Jubiläen gestaltet. In diesem und den kommenden Newsletter wollen wir Komponisten vorstellen, die maßgeblichen Einfluss auf die Blasmusik und Bläserszene in ihren Heimatländern und darüber hinaus genommen haben. Allesamt haben im Jahr 2027 ein Jubiläum. Heute beginnen wir mit dem böhmischen Komponisten:

Pavel Staněk zum 100. Geburtstag: Ein Komponist für das Blasorchester

Am 3. Juni 2027 jährt sich der Geburtstag des böhmischen Komponisten Pavel Staněk zum 100. Mal. Staněk wurde 1927 in Prag geboren und prägte mit seinen Kompositionen und seiner Arbeit als Dirigent die tschechische Blasorchestertradition. Sein Werk verbindet melodische Linien, tänzerische Elemente und eine farbenreiche Instrumentierung.

Staněk studierte am Prager Konservatorium und arbeitete zunächst als Chorleiter eines Folkloreensembles. Ab 1954 leitete er das Musikkorps des tschechoslowakischen Innenministeriums. Später dirigierte er in Prag und übernahm 1963 die Leitung des Rundfunkorchesters in Ostrava, eine Position, die er bis 1990 innehatte. Daneben gastierte er bei verschiedenen Orchestern und Blasensembles.

Zu seinen bekannten Werken für Blasorchester zählen die Mährische Suite, die Frýdlant Suite und Songs from the East End. Diese Stücke greifen unterschiedliche Facetten der tschechischen Musiktradition auf. In Konzertprogrammen werden sie neben Werken anderer tschechischer Komponisten aufgeführt; die Mährische Suite und Songs from the East End (Písničky z východního konce) standen beispielsweise 2026 auf dem Programm des Tschechischen Nationalen Konzertblasorchesters.

Auch kürzere Werke wie My Country, Russian Waltz und Burlesque e Cantabile zeigen die stilistische Bandbreite seines Schaffens. Dabei steht nicht allein die Melodie im Vordergrund: Staněk nutzt die Klangfarben des Blasorchesters und gestaltet Musik, die sowohl tänzerische Bewegung als auch lyrische Passagen umfasst. Seine Werke bieten Dirigenten und Ensembles damit unterschiedliche Möglichkeiten, Klang, Charakter und Ausdruck zu gestalten.

Der 100. Geburtstag bietet Anlass, Staněks Kompositionen neu zu entdecken und ihre Stellung im Blasorchesterrepertoire zu betrachten. Seine Musik ist weiterhin Teil des Konzertlebens und erinnert daran, wie eng kompositorisches Schaffen, Dirigieren und die Entwicklung eines Klangkörpers miteinander verbunden sein können.

Werke für Blasorchester

Werke für Ensembles

Werke für Solo-Instrumente

IGEB Conference Book 2026 dokumentiert aktuelle Blasmusikforschung

Die Internationale Gesellschaft zur Erforschung und Förderung der Blasmusik (IGEB) bringt Forschende und Fachleute zusammen, die sich mit Geschichte, Praxis und kultureller Bedeutung der Blasmusik befassen. Ihre Konferenzen schaffen Raum für den Austausch zwischen Musikwissenschaft, Aufführungspraxis und Instrumentenkunde. Das neu erschienene Conference Book 2026 hält Beiträge der 28. Internationalen Blasmusik-Konferenz in Bern fest.

Die IGEB als Forum der Blasmusikforschung

Blasmusik ist nicht nur Teil des Repertoires von Orchestern und Ensembles, sondern auch ein Forschungsfeld mit historischen, gesellschaftlichen und technischen Fragestellungen. Die IGEB widmet sich der wissenschaftlichen Erforschung und Förderung dieses Bereichs. Ihre Konferenzen und Publikationen machen Forschungsergebnisse zugänglich und regen den fachlichen Austausch an.

Für Dirigenten, Musikwissenschafler und aktive Musiker sind solche Veröffentlichungen eine Möglichkeit, Entwicklungen und historische Zusammenhänge kennenzulernen, die auch die Auswahl und Einordnung von Repertoire beeinflussen können.

Die 28. Konferenz in Bern

Die Konferenz fand vom 2. bis 6. Juli 2026 in Bern statt. Ihr Titel lautete Wind Music – Cultural Heritage in Transition. Das Programm behandelte Blasmusik als kulturelles Erbe im Wandel und umfasste historische, gesellschaftliche, ästhetische und technische Perspektiven.[1]

Zu den angekündigten Beiträgen gehörte Yannick Wey mit einer Untersuchung zur wachsenden Vielfalt gesellschaftlicher Funktionen von Blasmusik im frühen 19. Jahrhundert. Philipp Wagner widmete sich der Geschichte der Schweizer Militärmusik. Damien Sagrillo behandelte das Verhältnis von Blasmusik, kulturellem Erbe und musikwissenschaftlicher Legitimation sowie die Edition als Forschungsinstrument. Weitere Beiträge befassten sich unter anderem mit historischen Klappenmechanismen und dem Einsatz des 3D-Drucks im Oboenbau sowie mit der Aufnahmetechnik für Blasinstrumente vor 1925.[1]

Damit führte das Programm historische Forschung mit Fragen der Instrumentenentwicklung und Dokumentation zusammen. Es rückte zugleich die Rolle von Blasorchestern in gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhängen in den Blick. Die Themen zeigen, dass Blasmusikforschung über Werk- und Komponistengeschichte hinausgeht: Sie untersucht auch Aufführungspraxis, Institutionen, Technik und Überlieferung.

Das Conference Book 2026

Das IGEB Conference Book, Bern 2026 ist 2026 beim Kliment Musikverlag erschienen. Damien Sagrillo stellte den Band zusammen und editierte ihn. Der Verlagskatalog führt Deutsch und Englisch als Textsprachen auf.[2] Damit richtet sich die Publikation an ein internationales Fachpublikum und dokumentiert die wissenschaftliche Arbeit der Berner Konferenz in Buchform.

Besonders relevant ist die thematische Breite, die bereits das Konferenzprogramm erkennen lässt: Beiträge verbinden historische Quellenarbeit mit aktuellen Fragen zu kulturellem Erbe, Instrumentenbau und Aufnahmetechnik. So bietet der Band einen fachlichen Bezugspunkt für die weitere Beschäftigung mit den Konferenzthemen.

Die verfügbaren Verlagsangaben bestätigen Herausgeberschaft, Erscheinungsjahr und Sprachen. Eine vollständige Inhaltsübersicht des Buches liegt in den herangezogenen Angaben jedoch nicht vor. Einzelne Beiträge oder konkrete Forschungsergebnisse des Bandes lassen sich deshalb hier nicht abschließend aufführen.

Weitere Informationsschriften zu früheren Konferenzen und Kongressen

Ein Beitrag zur Dokumentation und zum Austausch

Die Berner Konferenz und das Conference Book 2026 zeigen, wie die IGEB Blasmusikforschung als Verbindung von wissenschaftlicher Analyse und musikalischer Praxis fördert. Die Veröffentlichung hält Beiträge zu unterschiedlichen Aspekten des Fachgebiets fest und macht sie über den Konferenzzeitraum hinaus verfügbar.

Für die fachliche Einordnung der Blasmusik ist diese Dokumentation bedeutsam: Sie unterstützt den Austausch zwischen Forschung und musikalischer Praxis und eröffnet Anknüpfungspunkte für weitere Untersuchungen zu Repertoire, Geschichte und Instrumentierung.

Quellen

[1] Hochschule der Künste Bern / IGEB — 28th International Wind Music Conference, Conference Program (2026) — https://www.uibk.ac.at/media/filer_public/8f/21/8f21906c-afdc-4674-9cc6-a97c4c9beddc/igeb_conference_bern_programm_version_080426_public_version.pdf
[2] Kliment Musikverlag — IGEB – Conference Book, Bern 2026 (2026) — https://en.kliment.at/detail.php?kat=7&artnr=97000354

Verlagspreise in der Datenbank: Netto, brutto und Aktualität

Preisangaben in musicainfo.net sind direkt einem Verlag zugeordnet. Daher sollten diese den Angaben des jeweiligen Verlags entsprechen. Viele Notenausgaben enthalten einen Link direkt zum entsprechenden Verlag. Somit können Sie jederzeit den aktuellen Verkaufspreis vergleichen. Warum bei Lieferung der Ware durch Ihren Händler trotzdem Unterschiede sein können, darüber informiert Sie dieser Bericht.

Netto- und Bruttopreise

Der Nettopreis ist der Preis ohne Mehrwertsteuer. Nettopreise werden meist von Verlagen außerhalb der EU (z.B. Schweiz, Norwegen, USA usw.) angegeben. Der Bruttopreis enthält die Mehrwertsteuer. Welcher Betrag maßgeblich ist, hängt unter anderem davon ab, ob der Verlag den Preis netto oder brutto ausweist und welche steuerlichen Regeln für die konkrete Lieferung gelten.

Bei Noten und anderen musikalischen Veröffentlichungen kann der anzuwendende Steuersatz je nach Land und Produktart unterschiedlich sein. Auch die Art des Geschäfts und die steuerliche Situation des Käufers können eine Rolle spielen. Deshalb lässt sich aus einem Preis allein nicht immer ableiten, welcher Endbetrag bei einer Bestellung anfällt.

Lieferland und Erscheinungsland

Für die steuerliche Behandlung ist das Erscheinungsland eines Werkes nicht automatisch entscheidend. Relevant sein können insbesondere der Sitz des Verlags, das Lieferland, die Art der Lieferung sowie die Frage, ob an eine Privatperson oder an eine steuerlich registrierte Organisation verkauft wird. Die geltenden Regeln unterscheiden sich zudem von Land zu Land und können sich ändern. Ein in der Datenbank angezeigter Preis kann daher vom später berechneten Rechnungsbetrag abweichen.

Warum Preisangaben ausgeblendet werden

Unsere Organisation „Verein für Musikinformation“, die hinter musicainfo.net steht, betreibt keinen eigenen Handel. Sie verkauft keine Noten und kann Preisänderungen der Verlage nicht fortlaufend selbst erfassen. Da Preisangaben mit der Zeit veralten können, werden sie nach einer festgelegten Zeit ausgeblendet. Dieses Vorgehen soll verhindern, dass nicht mehr bestätigte Beträge als aktuelle Preise erscheinen. Es bedeutet nicht, dass ein Werk nicht mehr erhältlich ist.

Aktuelle Preise erfragen

Für eine aktuelle Preisauskunft stehen zwei Wege zur Verfügung:

  • Über den Link zum Verlag kann der dort veröffentlichte Preis geprüft oder direkt angefragt werden.
  • Steht kein direkter Link zum Verlag zur Verfügung, kann alternativ bei uns per E-Mail um eine aktuelle Preisangabe angefragt werden. Bei einer Anfrage empfiehlt es sich, unsere Artikelnummer oder den Werktitel, gegebenenfalls die gewünschte Besetzung oder Instrumentierung, anzugeben.

Die 7er-Besetzung: kompakter Klang, vielfältiges Zusammenspiel

Die „7er-Besetzung„ ist eine verbreitete Formation kleiner Bläsergruppen. Sie verbindet mehrere Blechblasinstrumente mit Schlagzeug und eignet sich für ein breites Repertoire, von traditioneller Blasmusik bis zu modernen Arrangements. Ihre Stärke liegt in der Verbindung aus klar erkennbaren Einzelstimmen und einem vollständigen, tragfähigen Ensembleklang.

Instrumentierung und Aufgaben

Die Besetzung umfasst ein bis drei Trompeten oder Flügelhörner, Posaune, Tenorhorn, Bariton, Tuba und Schlagzeug. Je nach Stück und Gruppe kann die Zahl der Trompeten oder Flügelhörner variieren.

Trompeten und Flügelhörner übernehmen häufig die Melodie. Trompeten sorgen mit ihrem hellen Klang für deutliche Akzente, während Flügelhörner oft für einen weicheren Ton eingesetzt werden. Bei mehreren Melodiestimmen können Harmonien, Gegenmelodien und klangliche Verstärkungen aufgeteilt werden.

Posaune, Tenorhorn und Bariton bilden den mittleren Klangbereich. Sie verbinden Melodie und Bass, übernehmen harmonische Stimmen und können eigene Gegenstimmen gestalten. Die Tuba bildet das tiefe Fundament und unterstützt gemeinsam mit dem Schlagzeug den rhythmischen Puls. Das Schlagzeug setzt Akzente und trägt dazu bei, den Charakter eines Stücks zu prägen.

Musikalische Vorteile der kleinen Besetzung

Die 7er-Besetzung ermöglicht einen kompakten, aber vielseitigen Klang. Die Melodie kann klar hervortreten, während die Mittelstimmen für harmonische Fülle sorgen. Zugleich bleibt der Bass präsent. Diese Rollenverteilung erlaubt unterschiedliche musikalische Wirkungen, ohne dass ein großes Ensemble erforderlich ist.

Die überschaubare Zahl der Stimmen macht das Zusammenspiel besonders hörbar. Intonation, Rhythmus, Artikulation und Dynamik müssen aufeinander abgestimmt werden. Jede Stimme trägt zum Gesamtergebnis bei. Das bietet jungen Musikerinnen und Musikern ebenso wie erfahrenen Ensemblemitgliedern die Möglichkeit, Verantwortung für den eigenen Part zu übernehmen und zugleich auf den Klang der Gruppe zu reagieren.

Die wechselnde Besetzung der oberen Stimmen schafft zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten. Ein Stück kann mit einer einzelnen Melodiestimme schlank und transparent klingen. Zwei oder drei Trompeten beziehungsweise Flügelhörner können die Melodie verstärken, harmonisieren oder auf mehrere Stimmen verteilen.

7er-Besetzung im Festivalumfeld

Das Woodstock der Blasmusik zeigt die Vielfalt der Blasmusik in einem Festivalprogramm mit unterschiedlichen Künstlerinnen und Künstlern, Gruppen und Klangformen. Auf der offiziellen Künstlerseite finden sich unter anderem die „7 Rhöner FRANKen„, die Innsbrucker Böhmische, die „allgäu6“ und die VieraBlech.[1] Das Programm macht deutlich, dass Blasmusik bei einem Festival nicht auf eine einzige Besetzung oder Stilrichtung begrenzt ist.

Die 7er-Besetzung passt in dieses Umfeld, weil sie kompakt und zugleich klanglich flexibel ist. Kleine Gruppen können ein eigenes Repertoire präsentieren und unterschiedliche musikalische Einflüsse aufnehmen. Die Besetzung eignet sich sowohl für traditionelle Stücke als auch für Bearbeitungen, bei denen Melodie, Mittelstimmen und Rhythmus neu verteilt werden.

Das Festivalbeispiel veranschaulicht die öffentliche Präsenz kleiner Bläsergruppen innerhalb einer größeren Blasmusikszene. Es belegt jedoch nicht, dass sämtliche dort auftretenden Gruppen genau in der beschriebenen 7er-Besetzung spielen. Die konkrete Instrumentierung ist bei den einzelnen Ensembles zu prüfen.

Eine Formation mit klaren Rollen

Die Beliebtheit der 7er-Besetzung lässt sich vor allem durch ihre ausgewogene Instrumentierung erklären. Sie vereint Melodieinstrumente, mehrere Stimmen im mittleren Register, einen tragenden Bass und Schlagzeug. Dadurch entsteht ein geschlossener Klang, der zugleich genügend Raum für individuelle Stimmen und unterschiedliche Arrangements lässt.

Für Bläsergruppen ist die Formation damit eine praktikable Grundlage für gemeinsames Musizieren und vielseitige Programmgestaltung. Ihre klanglichen Möglichkeiten hängen dabei stets von der konkreten Besetzung, den Arrangements und dem Zusammenspiel der Musikerinnen und Musiker ab.

Quellen

Alle Noten für 7er-Besetzung in musicainfo.net

[1] Woodstock der Blasmusik — Künstlerinnen und Künstler (abgerufen am 04.10.2026) — https://www.woodstockderblasmusik.at/programm/kuenstlerinnen

Vorstandswahl: Wahlvorschlag und Frist für Rückmeldungen

Entsprechen der Statuten unserer Organisation wird alle zwei Jahre ein neuer Vorstand gewählt, der für die Organisation, der finanziellen Entwicklung und der Erfolgskontrolle zuständig ist. Wenn Sie Vollmitglied sind – also auf alle Informationen der Datenbank zugreifen können – haben Sie ein Wahlrecht. Für den Vorstand des gemeinnützigen „Verein für Musikinformation“ liegt ein Wahlvorschlag vor. Die Mitglieder können bis zum 10. November Einsprüche gegen den Vorschlag einreichen oder weitere Personen als Kandidatinnen oder Kandidaten benennen.

Der vorgeschlagene Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:

  • Vorsitz: Martina Doppler, 1140 Wien
  • Stellvertretender Vorsitz: Doris Stadlmann, 4802 Ebensee
  • Kassenführung: Johanna Heissl, 4802 Ebensee
  • Stellvertreter Kassenführung: Leonhard Hilzensauer, Wien
  • Schriftführung: Dr. Stefan Müller, 1160 Wien
  • Stellvertreter Schriftführung: Sigrid Stadler, 4802 Ebensee)
  • 1. Rechnungsprüfer: Steuerberater Harald Loidl, 4802 Ebensee
  • 2. Rechnungsprüfer: Helmut Schwaiger, 4802 Ebensee

Mitteilungen und Einsprüche sind bis zum 10. November, 12 Uhr Mittags, schriftlich an die Adresse des Vereins oder oder per E-Mail an hello@musicainfo.support zu richten.

Gehen bis zu diesem Datum keine Einsprüche ein, gilt der Wahlvorschlag als angenommen.

Der Fliegende Holländer stach in See ….

Am frühen Morgen lag das Meer ruhig vor der niederländischen Küste. Kein Windhauch bewegte die Segel, und selbst die Möwen schienen auf den ersten Ton zu warten. Da tauchte am Horizont ein ungewöhnliches Schiff auf. Es trug den Namen eines alten Seefahrermythos und kam doch mit einer ganz anderen Fracht: Noten, Noten und nochmals Noten. Der „Fliegende Holländer“ kam aus einer Weltreise zurück. Gemeint ist in dieser Geschichte nicht die sagenumwobene Gestalt, die seit Jahrhunderten über die Weltmeere treiben soll. Der Fliegende Holländer ist der niederländische Musikverlag Molenaar. Statt Gold, Gewürzen oder exotischen Waren hatte das Schiff neue musikalische Werke geladen. Sein Ziel war es, diese Sammlung in die Hände von Dirigenten und aktiven und Musikern zu bringen (gemeint sind natürlich auch -innen).

Wo war er gewesen, welche Route hatte er genommen? Wir haben nachgeforscht und den genauen Weg rekonstruiert. Die erste Station war:

Belgien

Hier entdeckte er zwei Komposition von Jean-Pierre Heack: „Appaloosa“ ist in erster Linie der Name einer Pferderasse. In diesem Werk dient er jedoch als Titel für die Geschichte über die beeindruckenden Reisen, die diese Tiere durch die wunderschönen Landschaften des Nordwestens der Vereinigten Staaten unternehmen – jenes Gebiet, aus dem sie ursprünglich stammen. Entlang der Ufer des Palouse River begegnen wir außerdem einem gleichnamigen Indianerstamm… (Mittelstufe, 4’30)

„Terra Nostra“ lädt dazu ein, die Schönheit und zugleich die Verletzlichkeit unseres Planeten neu zu betrachten. Mit einer kraftvollen musikalischen Erzählweise führt Haeck das Publikum auf eine Reise durch die vier grundlegenden Elemente, die seit der Antike als Bausteine allen Lebens gelten: Luft, Wasser, Feuer und Erde. Jedes Element wird durch eine eigene klangliche Identität dargestellt – voller Symbolik und Ausdruck. (Oberstufe, 12’30)

Dann segelte die Mannschaft weiter nach:

Frankreich

Dort fanden sie gleich drei aktuelle Komponisten: Lauren Weisbeck. Laurent Weisbecks Concertino 4.0 für Posaunen-Quartett-Solo und Höchststufenblasorchester stellt Posaunisten vor vielfältige technische Anforderungen. Das Werk verlangt präzise Dynamikwechsel, differenzierte Artikulationen sowie sicheres Spiel in extremen Tonlagen. Rhythmic Complexity durch Polymetrik und Synkopen erfordert intensive Koordination innerhalb des Ensembles. Solistische Passagen und Dialoge mit dem Orchester verlangen zudem technische Sicherheit und musikalische Ausdrucksfähigkeit. Die Bewältigung dieser Herausforderungen fördert sowohl die technische Fertigkeit als auch das künstlerische Ausdrucksvermögen der Musiker. (Höchststufe, 8′)

Alexandre Carlin beschreibt in „Equinox: Shadow and Dawn“ den Moment des Gleichgewichts zwischen Tag und Nacht. Ein monumentaler Stein steht zwischen einer dunkelblauen Schattenwelt und der goldenen Morgendämmerung; ein Sonnenstrahl symbolisiert den Übergang. Die etwa 6 1/4 Minuten dauernde Komposition folgt einer A-B-A-Form. Das Werk hat eine klare musikalische Struktur mit einer symbolischen Darstellung von Dunkelheit, Licht, Übergang und Ausgleich. (Mittelstufe)

In „Roma Aeterna“ beschreibt der Komponist eine musikalische Reise durch Rom, die verschiedene historische und kulturelle Orte miteinander verbindet. Der Rundgang beginnt mit dem ruhigen „Sunrise in Roma“ im 4/4-Takt und führt anschließend über die Via Appia und das Forum Romanum. Mit „Plazzas and Fountains“ wird die Musik im schnellen, spielerischen 6/8-Takt lebendig. „The Vatican“ bildet danach mit ruhigem Tempo und religiösem Charakter einen besinnlichen Kontrast. Im „Colosseum“ steigert sich die Spannung durch schnelles Tempo und den unregelmäßigen 7/8-Takt, der einen Gladiatorenkampf darstellt. Im abschließenden „Roma Aeterna“ kehren frühere Motive wieder. Dadurch werden die einzelnen Stationen miteinander verbunden und die zeitlose Bedeutung Roms musikalisch hervorgehoben. (Oberstufe, 9′)

Guillaume Detrez: La Montagne de Watten – In Houtland liegt Watten am Rande von Flandern. Mit seinen 72 Metern Höhe ist der Wattenberg das westlichste Glied des Mittelgebirges in Flandern. Ein grandioses Thema, das sich auf den Berg und dessen Besteigung bezieht. Oben angekommen haben wir eine spektakuläre Aussicht über Flandern. Dann kommt die Mühle in Gang, begleitet von einem mittelalterlichen Thema, das die Abtei symbolisiert. Im Finale erklingen mehrere sich überschneidende Themen. (Oberstufe, 6′)

Mit Nordic Lights bieten Sie Ihrem Publikum ein spektakuläres und mitreißendes musikalisches Erlebnis. Inspiriert von der faszinierenden Schönheit des Nordlichts entführt dieses Werk die Zuhörenden auf eine zugängliche und fesselnde klangliche Reise. Bereits ab den ersten Takten wird das Publikum in eine geheimnisvolle, kühle Atmosphäre hineingezogen, die bald von ausdrucksstarken Themen und markanten Kontrasten getragen wird. Reiche Orchesterfarben, kontrollierte Energie und ein glanzvolles Finale: Nordic Lights bringt die gesamten Qualitäten des Orchesters zur Geltung und zieht das Publikum sofort in seinen Bann. Als ideales Highlight eines Konzertprogramms vereint dieses Werk Modernität, Emotion und Wirkungskraft und garantiert eine begeisterte Aufnahme bei Musizierenden und Zuhörenden. (Oberstufe, 7’30)

Guillaume Detrez’ „Pharaoh’s Legacy“ für Oberstufenblasorchester beschreibt musikalisch das geheimnisvolle Erbe der Pharaonen. Feierliche Prozessionsklänge, rituelle Abschnitte, orientalische Klangfarben und wechselnde Taktarten erzeugen eine kontrastreiche Atmosphäre. Modulationen und rhythmische Veränderungen führen durch musikalische Bilder von Zeremonien, Düften und Wüstenlandschaften. Das Werk steigert sich zu einem dynamischen Höhepunkt und schließt im Finale den formalen Bogen zum Beginn. (7:30)

Nach Frankreich stach der Kapitän Richtung

England

Dean Jones stellte vier Kompositionen zur Verfügung: #RustyOXI (Mittelstufe, 4’40), The Ancient Ruins (The Wonders of the World) und Sound Style Studio! (beide Unterstufe, 6’30 und 7’15), sowie The Black and Gold, komponiert für die „1st Whitstable Scout Group Band“. Die Band wurde 1919 in Kent gegründet und verkörpert die musikalische Tradition der Pfadfinderbewegung. Ursprünglich als Begleitung für Pfadfinderaktivitäten konzipiert, entwickelte sie sich zu einem renommierten Brass Band, das auch der lokalen Gemeinschaft offensteht. Ein zentrales Werk, das diese Tradition widerspiegelt und der Band gewidmet ist, ist Dean Jones’ Komposition „The Black and Gold (Spirit of 1907)“. Das Stück verbindet marschartige Rhythmen mit modernen Elementen und erinnert durch Modulationen und ein Solo für Glockenspiel und Trompete an die Werte der Pfadfinder.

Nun nahm der 2Fligende Holländer“ wieder Kurs zum Festland und landete nun in

Portugal

Dort wurden zwei Komponisten gefunden: erstens Vitor Resende mit seiner Komposition „O Xerife“, ein etwa 5 3/4 Minuten langer Paso Doble für Höchststufenblasorchester. Das 2022 der „Banda Marcial do Vale“ für die Teilnahme am Wettbewerb „Vila d’Altea“ gewidmete Werk beginnt feierlich und kraftvoll mit einem markanten Hauptthema, das die Autorität und Präsenz eines Sheriffs ausdrückt. Das Blech prägt dabei den heroischen Klangcharakter. Im anschließenden Agitato Teil entwickelt sich eine dynamische, erzählerische Szene mit bewegten Rhythmen, klanglichen Kontrasten und zunehmender Spannung. Präzision, Artikulation, dynamische Kontrolle und ein ausgewogenes Zusammenspiel aller Register sind für eine überzeugende Interpretation entscheidend.

Os Moinhos da Pinhoa (Die Windmühlen von Pinhoa), Pinhôa ist für seine historischen Windmühlen bekannt, die an die frühere Nutzung der Windkraft zum Getreidemahlen erinnern. Heute stehen sie symbolisch für Zeit, Wandel sowie die Verbindung von Mensch und Natur. In Vitor Resendes Komposition Os Moinhos da Pinhoa werden Landschaft und Geschichte musikalisch dargestellt: Das Moderato vermittelt Ruhe, das Allegro Bewegung und Windkraft, die Modulation Veränderung und das Lento Erinnerung.

The Walls of Monção ist ein programmatisches und ausdrucksstarkes Werk, inspiriert von den Legenden und den Menschen von Monção, Portugal, deren Geschichten durch die Zeit widerhallen. Die musikalische Gestaltung entfaltet sich erzählerisch und wechselt zwischen Momenten großer Intensität und martialischem Charakter sowie lyrischen und kontemplativen Abschnitten. Im Verlauf des Werkes erforschen Harmonik und Klangtexturen Kontraste in Dynamik, instrumentaler Farbgebung und thematischer Entwicklung und erzeugen so eine epische, filmische Atmosphäre. Die Komposition folgt einer progressiven Struktur, die in einem grandiosen Finale kulminiert und die symbolische sowie historische Stärke des zugrunde liegenden Themas hervorhebt.

Dann ging es weiter nach

Spanien

Dort fanden sie eine Komposition, die zwar nicht Spanien, dafür aber Sizilien betrifft. Und die Insel lag sowieso auf dem geplanten Weg. Juan A. Perez widmete sich der Stadt Syrakus, die für ihre griechische Geschichte, das Theater und ihre Verbindung zu Archimedes bekannt ist. Diese historische und kulturelle Vielfalt bildet die Grundlage für Juan A. Perez’ Komposition „Siracusa“. Das etwa 6 3/4 Minuten lange Werk für Mittelstufenblasorchester stellt die Stadt nicht chronologisch, sondern durch musikalische Stimmungen dar. Ruhige Abschnitte symbolisieren Erinnerung und Kultur, während schnellere Teile Bewegung, Konflikte und Lebendigkeit ausdrücken. Insgesamt entsteht ein musikalisches Stadtporträt, das die Geschichte und Atmosphäre von Syrakus klanglich vermittelt.

Weiter ging es nach

Malta

Dort fanden Sie die Familie Camilleri. Wie weit die verschiedenen Personen verwandt sin, konnten wir nicht feststellen. Jedenfalls Rene Camillerie stellt zwei Werke zur Verfügung: 1. EPOS (Clash of the Gods) für Oberstufenblasorchester (6’50) und 2. To the Point für Mittelstufenblasorchester (3′). Anthony Camillary schuf die Komposition Iubilaeum MMXXV, ein Konzertmarsch für Oberstufenblasorchester, der zum Heiligen Jahr der Hoffnung 2025 entstand. Das Werk verbindet traditionelle Marschelemente mit symphonischer Entwicklung und wechselt zwischen festlicher Feier und kontemplativer Reflexion. Harmonische Veränderungen, wechselnde Klangdichten und die Weiterentwicklung der Themen spiegeln die Spannung zwischen Hoffnung und Unsicherheit wider. Die abschließende Reprise integriert das musikalische Material und erweitert dadurch die traditionelle Form des Konzertmarsches.

Jetzt nahm das Schiff durch den Suezkanal Kurs nach:

Japan

Dort traf man den Komponisten Tohru Kanayama mit zwei neuen Werken: Brazilian Romance (Mittelstufenblasorchester, 5’20) und „Soaring High Above“, was sinngemäß „hoch aufsteigen“ oder „über sich hinauswachsen“ bedeutet. In Tohru Kanayamas gleichnamiger Komposition wird dieses Bild durch die energiegeladene und bewegte Musik umgesetzt. Jede Instrumentengruppe erhält eigene Solomomente und kann ihre klanglichen Möglichkeiten zeigen. Auch das Schlagwerk, insbesondere die Mallet Instrumente, übernimmt eine hervorgehobene Rolle. Der durchgehende Swing und Groove sorgen für einen lebendigen, funkigen und antreibenden Charakter. Der Titel steht damit sowohl für das Hervortreten einzelner Sektionen als auch für die gemeinsame musikalische Entwicklung des gesamten Ensembles.

Dann ging es zurück in die Heimat und die Notensammlung wurde mit heimatlichen Komponisten ergänzt.

Niederlande

Geert Schrijvers stellte zwei Komposition und zwei Bearbeitungen zu Verfügung: Concerto for a Rainy Day (vom Electric Light Orchestra) und O Mio Babbino Caro von Giacomo Puccini, sowie Morias Enkomion für Piano-Solo und Höchststufenblasorchester (12′) und Pressure and the Ticking Clock für Oberstufenblasorchester und beschreibt musikalisch die Entwicklung von Druck und Zeitnot. Im „Nervous Build“ entsteht eine zunehmende Unruhe. Ab Takt 18 steigert sich diese durch „Stressfully Fast“ zu Dringlichkeit und Überforderung. Der ruhigere Abschnitt „Calmly“ im ergibt eine kurze Entlastung. Diese bleibt jedoch vorläufig. Ab Takt 87 kehrt die schnelle, stressvolle Bewegung zurück. Die wechselnden Tempi und Taktarten machen den Zeitdruck unmittelbar erlebbar. Der Untertitel „It all starts here“ verweist darauf, dass Stress mit einem ersten Impuls beginnt und sich zunehmend verstärken kann.

Eric Swiggers komponierte „Sparkling Pleasure„, geschrieben anlässlich des 125-jährigen Jubiläums des Musikvereins Ons Genoegen aus Wijdenes. Der Titel spielt auf humorvolle Weise auf den Namen des Vereins und seine lebendige musikalische Tradition an. Die Komposition eröffnet mit einer festlichen Fanfare voller Energie und Lebensfreude, gefolgt von einem zarten Andante, das Raum für Reflexion und Emotionen bietet. Nach einer Reprise des Eröffnungsthemas mündet das Werk in ein Andante con grandezza, in dem die beiden Hauptthemen zusammenklingen – als Symbol für Verbundenheit und Zukunft. Ein zugängliches, festliches Werk und die ideale Konzerteröffnung.

Und da gibt es noch die Komposition „De Verschrikkingen van het ijs en de Duisternis“ von Harrie Janssen für Kunststufenblasorchester. mit einer Dauer von 35 Minuten. Die Komposition behandelt die Österreichisch-Ungarische Nordpolexpedition (1872–1874) unter Carl Weyprecht und Julius von Payer. Diese startete mit dem Ziel, die Nordostpassage zu erkunden. Nach dem Feststecken im Packeis entdeckte die Mannschaft Franz-Josef-Land, widerlegte die Theorie eines eisfreien Nordpolarmeeres und kartografierte erstmals Teile der Arktis. Die Expedition inspirierte später Christoph Ransmayrs Roman „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ (1984), der menschliche Hybris und Naturgewalten thematisiert, sowie Harrie Janssens Komposition für Blasorchester, die die dramatischen Ereignisse musikalisch umsetzt. Beide Werke zeigen, wie historische Ereignisse durch Literatur und Musik neu interpretiert werden. Das Orchestermateriol ist dazu nur leihweise von Verlag erhältlich.

Diese Komposition hat also eine Verbindung zu

Österreich

vielleicht ist das die Erklärung, warum sich in der Sammlung des „Fliegenden Holländer“ eine Komposition aus Österreich verirrte. Michael Geisler ist mit mit zwei Werken für Mittelstufenblasorchester vertreten: The Last Mammoth und On the Peak, es beschreibt musikalisch den Weg zum Gipfel und gliedert sich in eine triumphale Einleitung, zwei rhythmische „Pop style“-Abschnitte, einen geheimnisvollen „Misterioso“-Teil und einen schnellen „Allegro“-Schluss. Die Komposition lebt von Kontrasten, steigender Energie und präzisem Zusammenspiel.

Durch einen „Trick 17“ können auch Nichtmitglieder auf alle Hintergrundinformationen der hier genannt Kompositionen zugreifen (ausgenommen Radiotracks). Wir wüschen viel Vergügen.

Alle Entdeckungen des Fliegenden Holländers finden Sie in Molenaar New Publications 2026-2027

Helmut Schwaiger

Neuerscheinungen des Verlages Scherbacher: Repertoire zwischen Tradition, Klangfantasie und Unterhaltung

Der Verlag Scherbacher erweitert sein Programm für Blasorchester und Bläserensembles um neue Werke, die unterschiedliche Bereiche des musikalischen Ensemblealltags abdecken. Neben Polkas und Märschen finden sich Choräle, Einspielübungen und konzertante Kompositionen. Dadurch entsteht ein vielseitiges Angebot für Besetzungen der Unterstufe bis zur Oberstufe, insbesondere für Werke im Schwierigkeitsbereich 2 bis 4.

Eine besondere Bedeutung haben die Kooperationen mit Edition Bergluft, Venivicta.de und dem Verlag Edi Sagert. Sie ermöglichen die Veröffentlichung zusätzlicher Kompositionen und Bearbeitungen und erweitern das Programm um unterschiedliche stilistische und pädagogische Ansätze. Die ausgewählten Neuerscheinungen zeigen, dass traditionelle Blasmusik, moderne Unterhaltungsmusik und programmatisch angelegte Konzertliteratur miteinander verbunden werden können.

Kooperationen mit Edition Bergluft, Venivicta.de und Verlag Edi Sagert

Edition Bergluft veröffentlicht ihre Werke in Deutschland beim Musikverlag Scherbacher. Die Reihe steht für bodenständige Blasmusik und ergänzt das bestehende Verlagsprogramm um Kompositionen mit einer deutlichen Verbindung zur traditionellen Blasmusikkultur. Dabei stehen musikalische Klarheit, eine praxisgerechte Besetzung und die Einsatzmöglichkeiten im Vereins- und Konzertalltag im Vordergrund.

Auch die Zusammenarbeit mit Venivicta.de trägt zur Erweiterung des Angebots bei. Zu den dort veröffentlichten Werken zählen Kompositionen von Martin Heinrichs. Der Verlag Edi Sagert ergänzt das Programm ebenfalls mit neuen Kompositionen und Bearbeitungen für Blasorchester. Für Dirigenten, Musiklehrkräfte und Ensembleleitungen entsteht dadurch eine größere Auswahl an Werken, die sowohl für die tägliche Probenarbeit als auch für öffentliche Auftritte geeignet sind.

Klangfantasie mit „Blue Continent“

Die Fantasy „Blue Continent“ von Josef Bönisch führt in den Bereich der programmatischen Konzertmusik. Bereits die Bezeichnung als Fantasy deutet auf eine musikalische Anlage hin, die nicht ausschließlich durch traditionelle Tanz- oder Marschformen geprägt ist. Im Mittelpunkt stehen vielmehr unterschiedliche Klangbilder, musikalische Spannungsfelder und kontrastierende Abschnitte.

Der pädagogische Wert von „Blue Continent“ liegt in der Verbindung von technischer und musikalischer Arbeit. Die Musikerinnen und Musiker müssen nicht nur rhythmisch und intonatorisch sicher spielen, sondern auch unterschiedliche Klangcharaktere entwickeln. Das Werk eignet sich daher besonders für Ensembles, die ihre Ausdrucksfähigkeit erweitern und über die reine Wiedergabe der Noten hinaus an einer eigenständigen Interpretation arbeiten möchten.

Josef Bönisch war als Komponist, Arrangeur und Musikpädagoge sowohl im Bereich der Bläserkammermusik als auch für Blasorchester tätig. Diese Verbindung von kompositorischer Erfahrung und pädagogischer Praxis ist für die Einordnung seiner Werke von Bedeutung. „Blue Continent“ kann im Konzertprogramm ebenso eingesetzt werden wie bei einer Wertung, sofern die konkrete Besetzung und der Schwierigkeitsgrad des jeweiligen Orchesters berücksichtigt werden.

Spanisches Kolorit in „Cadiz“

Mit „Cadiz“ liegt ein Paso Doble in der Bearbeitung von Hector Sevillanas vor. Die stilistische Grundlage des Werkes ist durch ein prägnantes rhythmisches Profil, markante Akzente und eine wirkungsvolle musikalische Präsentation gekennzeichnet. Der Paso Doble bietet dem Ensemble eine klare formale Orientierung und setzt zugleich einen charakteristischen Farbakzent innerhalb eines Konzertprogramms.

„Cadiz“ eignet sich für Vereinskonzerte, Freiluftauftritte und Programme, in denen neben konzertanter Literatur auch ein unmittelbar zugänglicher Beitrag mit tänzerischem Charakter gefragt ist. Für Ensembles der Unter- bis Mittelstufe kann das Werk eine sinnvolle Aufgabe darstellen, um rhythmische Sicherheit, gemeinsames Auftreten und stilgerechte Artikulation zu entwickeln.

Programmatische Spannung in „Die Sage der weissen Frau“

Patrick Egges „Die Sage der weissen Frau“ gehört zur programmatischen Konzertliteratur. Der Untertitel „Der Geist der Burg Hohenzollern“ verweist auf einen erzählerischen und regionalen Bezug. Das Werk greift damit eine konkrete Sage auf und stellt dem Ensemble eine musikalische Handlungsidee zur Verfügung.

Von besonderer Bedeutung ist die Entwicklung eines geschlossenen Spannungsbogens. Wiederkehrende Themen sollten erkennbar bleiben und in den musikalischen Ablauf eingeordnet werden. Gleichzeitig darf die Aufführung nicht ausschließlich auf eine illustrative Wirkung ausgerichtet sein. Auch ohne genaue Kenntnis der Sage sollte die musikalische Form verständlich bleiben.

Das Werk eignet sich für Konzerte und Wertungsspiele, insbesondere dann, wenn ein programmatisch angelegtes Hauptwerk gesucht wird. Die Verbindung von Handlung, Atmosphäre und musikalischer Gestaltung kann den Zugang zur Interpretation erleichtern. Die genaue Einstufung innerhalb des Bereichs 2 bis 4 sollte anhand der Notenausgabe und der konkreten Besetzung geprüft werden.

Unterhaltungsmusik mit „We Will Entertain You“

Das 90er-Jahre-Potpourri „We Will Entertain You“ setzt einen Schwerpunkt auf Unterhaltung und Wiedererkennung. Als „Hits of the 90s Medley“ verbindet das Werk mehrere bekannte musikalische Themen miteinander. Die einzelnen Abschnitte wechseln vergleichsweise schnell und verlangen vom Ensemble eine sichere Gestaltung der Übergänge.

Im Mittelpunkt steht nicht die durchgehende symphonische Entwicklung eines einzelnen Themas, sondern die wirkungsvolle Verbindung mehrerer musikalischer Elemente. Ein einheitliches Tempo, eine klare Artikulation und eine ausgewogene Registerarbeit sind deshalb entscheidend. Die einzelnen Themen müssen deutlich erkennbar bleiben, damit die musikalischen Höhepunkte ihre Wirkung entfalten können.

Für den Ensemblealltag besitzt das Medley einen hohen praktischen Wert. Es kann bei Vereinskonzerten, Festveranstaltungen und geselligen Anlässen eingesetzt werden. Gleichzeitig bietet es dem Orchester die Möglichkeit, unterschiedliche Stil- und Klangcharaktere kennenzulernen und die eigene musikalische Flexibilität zu erweitern.

Polkas, Märsche, Choräle und Einspielübungen

Neben den genannten Konzertwerken umfasst das Umfeld der Neuerscheinungen auch Polkas, Märsche, Choräle und Einspielübungen. Diese Gattungen übernehmen im Ensemble unterschiedliche Funktionen. Polkas und Märsche fördern die rhythmische Sicherheit, die Artikulation und das gemeinsame Spiel innerhalb klarer formaler Abläufe. Sie sind im Vereinsalltag vielseitig einsetzbar und eignen sich sowohl für Konzerte als auch für öffentliche Auftritte.

Choräle konzentrieren die musikalische Arbeit auf Intonation, Klangbalance, Phrasierung und Atemführung. Gerade für Ensembles der Unter- und Mittelstufe stellen sie eine wichtige Grundlage dar, da sie zentrale musikalische Fähigkeiten in einem überschaubaren Rahmen fördern. Ein gut gestalteter Choralsatz kann außerdem dazu beitragen, das Bewusstsein für den Gesamtklang des Klangkörpers zu schärfen.

Einspielübungen erfüllen eine unmittelbar pädagogische Aufgabe. Sie können zu Beginn einer Probe, bei der Registerarbeit oder zur gezielten Vorbereitung auf ein Konzert eingesetzt werden. Im Vordergrund stehen dabei nicht spektakuläre musikalische Effekte, sondern eine systematische Arbeit an Intonation, Klangqualität, Artikulation und Zusammenspiel.

Bedeutung für die Repertoireplanung

Die vorgestellten Werke decken verschiedene Anforderungen der musikalischen Praxis ab. „Blue Continent“ bietet sich für Ensembles an, die an Klanggestaltung und Ausdrucksfähigkeit arbeiten möchten. „Cadiz“ setzt einen rhythmisch prägnanten und publikumswirksamen Akzent. „Die Sage der weissen Frau“ verbindet eine erzählerische Idee mit konzertanter Gestaltung, während „We Will Entertain You“ als unterhaltsames Medley der 1990er Jahre für Abwechslung im Konzertprogramm sorgt.

Für die Auswahl eines geeigneten Werkes sollten neben dem angegebenen Schwierigkeitsgrad auch die Besetzung, die Probendauer und die musikalischen Ziele des Ensembles berücksichtigt werden. Ein Werk der Unter- oder Mittelstufe kann beispielsweise dazu dienen, grundlegende Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Literatur der Oberstufe stellt dagegen häufig höhere Anforderungen an Klangbalance, Formverständnis und interpretatorische Eigenständigkeit.

Fazit

Die Neuerscheinungen des Verlages Scherbacher verbinden traditionelle Blasmusik, pädagogisch nutzbare Literatur, konzertante Werke und moderne Unterhaltungsmusik. Durch die Kooperationen mit Edition Bergluft, Venivicta.de und dem Verlag Edi Sagert entsteht ein vielfältiges Programm für Blasorchester und Bläserensembles unterschiedlicher Leistungsstufen.

Insgesamt bieten die Neuerscheinungen zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Konzertplanung und die kontinuierliche Probenarbeit. Sie unterstützen Dirigenten, Musiklehrkräfte und Ensembleleitungen dabei, das Repertoire gezielt nach musikalischem Anspruch, pädagogischem Wert und praktischem Einsatzbereich auszuwählen. (Helmut Schwaiger, der Bericht wurde mit Hilfe der KI generiert)

Nachruf auf den Musikverleger Michael Nowotny

Michael Nowotny (1960–2026) hat die Welt des Musikverlagswesens über Jahrzehnte hinweg mitgeprägt. Als Musiker, Verleger und Notensetzer verband er musikalisches Verständnis mit großer fachlicher Genauigkeit und handwerklicher Präzision. Sein beruflicher Weg war mit dem G. Henle Verlag und mit der von ihm mitgegründeten Trio Edition verbunden, für den er zahlreiche Aufgaben an der Schnittstelle von Edition, Notensatz und praktischer Musikausübung übernahm.

Nowotny verstand den Musikverlag nicht allein als Ort der Herstellung und Verbreitung von Noten. Für ihn standen die Qualität der musikalischen Ausgabe und ihre Verlässlichkeit für die tägliche Arbeit von Dirigenten, Lehrkräften und Ensembles im Mittelpunkt. Mit sicherem Blick für musikalische Zusammenhänge und großer Sorgfalt arbeitete er an Partituren und Stimmen, deren übersichtliche Gestaltung und präzise Wiedergabe für Proben, Unterricht und Konzert von entscheidender Bedeutung sind.

Musiker und Kollegen würdigten ihn als Vollblutmusiker, Verleger und Notensetzer von außergewöhnlichem Rang. Diese Einschätzung beschreibt einen Menschen, der seine Arbeit nicht nur beherrschte, sondern mit großer innerer Verbundenheit zur Musik ausübte. Genauigkeit, Verlässlichkeit und fachliche Kompetenz prägten seinen beruflichen Alltag. Zugleich werden seine Lebensfreude, sein Humor und sein Optimismus als persönliche Eigenschaften in Erinnerung bleiben, die die Zusammenarbeit mit ihm bereicherten.

Michael Nowotny starb 2026 nach kurzer, schwerer Krankheit, wenige Monate vor seinem geplanten Ruhestand. Sein Tod bedeutet einen schmerzlichen Verlust für seine Familie, seine Kolleginnen und Kollegen sowie für die Fachwelt. Zugleich bleibt sein Wirken in den Ausgaben lebendig, an deren Entstehung er beteiligt war. Jede sorgfältig gesetzte Partitur und jede verlässlich zugängliche musikalische Ausgabe erinnert an den Beitrag, den er zur Bewahrung und Vermittlung von Musik geleistet hat.

Michael Nowotny hinterlässt kein lautes, sondern ein dauerhaft wirksames Vermächtnis. Seine Arbeit hat dazu beigetragen, musikalische Werke für kommende Generationen zugänglich zu machen. Dafür gebühren ihm Anerkennung, Dankbarkeit und ein ehrendes Andenken.

Notenausgaben der Trio Edition

Bearbeitungen von Michael Nowotny

Paul Huber-Jahr 2026: Théo Rossier gewinnt mit «Ab Uno»

Das Paul Huber-Jahr 2026 rückt einen Komponisten in den Mittelpunkt, der die Schweizer Blasmusik nachhaltig geprägt hat. Aus diesem Anlass schrieb die Musikkommission des Schweizer Blasmusikverbands einen internationalen Kompositionswettbewerb aus. Gesucht wurde ein neues Werk für Blasorchester, das ein Thema aus einer Komposition Paul Hubers im Sinne einer musikalischen Metamorphose weiterentwickelt.[1]

Den Wettbewerb entschied der Waadtländer Komponist Théo Rossier, Jahrgang 2002, mit seiner Komposition «Ab Uno» für sich. Die Uraufführung fand am Sonntag, den 13. September 2026, im Rahmen des Galakonzerts der Conducting Competition des SWISS WINDBAND AWARD im Kurtheater Baden vorgesehen. Das Werk wird durch das Symphonische Blasorchester Schweizer Armeespiel in Anwesenheit des Komponisten aufgeführt.[2]

Paul Huber und seine Bedeutung für die Schweizer Blasmusik

Paul Huber lebte von 1918 bis 2001 und gilt als einer der prägenden Schweizer Komponisten des 20. Jahrhunderts. Sein Schaffen besitzt für die Schweizer Blasmusikszene bis heute eine besondere Bedeutung. Das Paul Huber-Jahr erinnert insbesondere daran, dass sich sein Todestag 2026 zum 25. Mal jährt.[3]

Die Würdigung beschränkt sich nicht auf die Aufführung historischer Werke. Vielmehr soll Hubers musikalisches Denken aus heutiger Perspektive weitergeführt werden. Der Kompositionswettbewerb verbindet daher Erinnerung und Gegenwart: Zeitgenössische Komponistinnen und Komponisten waren aufgefordert, sich mit Hubers Musik auseinanderzusetzen und daraus eine eigenständige Komposition zu entwickeln.

Die Ausschreibung ließ den Teilnehmenden dabei einen gewissen Gestaltungsspielraum. Das Werk sollte für ein Blasorchester der Höchstklasse oder der ersten Kategorie geeignet sein. Auch die Dauer und die konkrete klassische Form konnten frei gewählt werden. Nicht vorgesehen waren hingegen Werke mit einer erzählenden Handlung.[1]

Elf Einreichungen aus ganz Europa

Elf Komponistinnen und Komponisten aus ganz Europa beteiligten sich am Wettbewerb. Die eingereichten Werke wurden anonym beurteilt. Für die Bewertung war eine Fachjury mit Emilie Chabrol, Stéphane Delley und Felix Hauswirth verantwortlich. Die Jurymitglieder prüften die Kompositionen zunächst unabhängig voneinander anhand des vorgegebenen Anforderungsprofils.[2]

In der gemeinsamen Sitzung überzeugte «Ab Uno» die Jury am stärksten. Die Entscheidung fiel, bevor bekannt war, wer das Werk komponiert hatte. Damit wurde Rossiers Komposition nicht aufgrund des Namens oder der bisherigen Laufbahn des Komponisten ausgewählt, sondern aufgrund ihrer musikalischen Qualität und der überzeugenden Umsetzung der Wettbewerbsaufgabe.[4]

Théo Rossier: Komponist und Dirigent

Théo Rossier wurde am 11. Juni 2002 im Kanton Waadt geboren. Bereits im Alter von 14 Jahren begann er zu komponieren und arbeitete zunächst autodidaktisch. Später besuchte er am Konservatorium Lausanne im Rahmen des Studiengangs Blasorchesterleitung Kurse in Harmonielehre. Zudem absolvierte er ein Bachelorstudium an der Hochschule der Künste Bern.[5]

Rossier hat bereits zuvor Erfahrungen mit Kompositionen für Brass Band und Blasorchester gesammelt. Beim europäischen Kompositionswettbewerb für Brass Bands gewann er 2022 mit «Stendhal’s Syndrome» den ersten Preis.[5] Seine Tätigkeit verbindet damit kompositorische Arbeit mit praktischer Erfahrung in der Blasorchestermusik und im Dirigieren.

Die musikalische Idee von «Ab Uno»

Der Titel «Ab Uno» lässt sich sinngemäß mit „von einem“ oder „aus einem“ übersetzen. Die Bezeichnung verweist damit auf den kompositorischen Ausgangspunkt des Werks: Rossier greift die Anfangstakte von Paul Hubers «Adagio für Violoncello solo» auf.[4]

Dabei übernimmt «Ab Uno» das Vorbild nicht unverändert. Das Thema wird in rhythmischer und melodischer Hinsicht als musikalische Keimzelle verwendet. Im Verlauf der Komposition erscheint es in unterschiedlichen Varianten und wird mit wechselnden klanglichen und musikalischen Zusammenhängen verbunden. Aus einem ursprünglichen Gedanken entsteht so ein eigenständiger, vielschichtiger Verlauf.[4]

Diese Vorgehensweise entspricht dem Grundgedanken der Ausschreibung. Eine Metamorphose bedeutet in diesem Zusammenhang nicht die bloße Bearbeitung oder instrumentatorische Übertragung eines bestehenden Themas. Das musikalische Material wird verändert, weiterentwickelt und in neue Beziehungen gestellt. Die Verbindung zu Paul Huber bleibt erkennbar, während Rossier zugleich eine eigene Tonsprache entwickelt.

Die Jury hob insbesondere die klare und schlüssige Struktur von «Ab Uno» hervor. Anerkennung fanden außerdem die innovative Tonsprache sowie die differenzierte und farbenreiche Instrumentation. Damit nutzt Rossier die klanglichen Möglichkeiten des Blasorchesters nicht nur zur wirkungsvollen Darstellung des Themas, sondern als eigenständiges kompositorisches Gestaltungsmittel.[4]

Erinnerung als schöpferischer Prozess

Das Paul Huber-Jahr 2026 zeigt, wie eine musikalische Würdigung über eine reine Rückschau hinausgehen kann. Paul Hubers Werk bildet den historischen Bezugspunkt, doch der Wettbewerb richtet den Blick zugleich auf die Zukunft der Blasorchesterliteratur.

Mit «Ab Uno» steht dafür eine Komposition, die aus einem konkreten Werk Hubers hervorgeht und dennoch nicht bei einem Zitat stehen bleibt. Théo Rossier führt das Ausgangsmaterial in eine neue klangliche und strukturelle Umgebung. Die Uraufführung im September 2026 wird damit nicht nur eine Hommage an Paul Huber, sondern auch ein Beispiel dafür, wie zeitgenössische Komposition Tradition produktiv weiterdenken kann.

Quellen

[1] Schweizer Blasmusikverband — „Ausschreibung Kompositionswettbewerb Paul Huber-Jahr 2026“ — 2025 —

[2] Schweizer Blasmusikverband / Unisono — „Paul Huber-Jahr 2026: Théo Rossier gewinnt den Kompositionswettbewerb“ — 2026 —

[3] Schweizer Blasmusikverband — „Das war das EMF 2026“ — 2026

[4] BRASS BAND NEWS — „Paul Huber-Jahr: Théo Rossier gewinnt den Kompositionswettbewerb“ — 2026 —

[5] BRASS BAND NEWS — „Paul Huber-Jahr: Théo Rossier gewinnt den Kompositionswettbewerb“ — Abschnitt „Über den Komponisten“ — 2026

[6] Théo Rossier — „Ab Uno“ und Veranstaltungshinweise zur Uraufführung — 2026

(Dieser Artikel ist KI-generiert)

Dolly Parton – Eine Legende, die die Welt mit Musik und Herz erfüllte


Die Stimme des Volkes ist verstummt

Dolly Parton, eine der prägendsten Persönlichkeiten der Musikgeschichte, ist im Alter von 80 Jahren verstorben. Mit ihr verliert die Welt nicht nur eine Ausnahmekünstlerin, sondern eine Frau, die durch ihre Musik, ihren Humor und ihre unerschütterliche Menschlichkeit Millionen berührte. Ihr Erbe reicht weit über die Grenzen der Country-Musik hinaus – sie war eine Ikone, eine Philanthropin und eine Stimme für die Schwachen.


Ein Leben für die Musik

Geboren am 19. Januar 1946 in Pittman Center, Tennessee, wuchs Dolly Parton in bescheidenen Verhältnissen auf. Doch ihre Stimme und ihr Talent waren von Anfang an außergewöhnlich. Schon als Kind sang sie in der Kirche und im lokalen Radio, bevor sie mit 18 Jahren nach Nashville zog, um ihren Traum zu verfolgen. Dort begann eine Karriere, die sie zu einer der erfolgreichsten Künstlerinnen aller Zeiten machte.

In den 1960er-Jahren feierte sie erste Erfolge als Songwriterin, bevor sie mit Hits wie „Jolene“ (1973) und „I Will Always Love You“ (1974) weltberühmt wurde. Letzterer, später durch Whitney Houstons Interpretation noch populärer, bleibt bis heute einer der meistverkauften Songs der Geschichte. Dolly Partons Musik war stets geprägt von Ehrlichkeit, Emotion und einer tiefen Verbindung zu ihren Wurzeln. Sie schrieb nicht nur über Liebe und Herzschmerz, sondern auch über den Alltag der Menschen, ihre Kämpfe und Träume.

Mit über 3.000 geschriebenen Songs, 25 Nr.-1-Hits und unzähligen Auszeichnungen, darunter 11 Grammy Awards, prägte sie die Country-Musik wie kaum eine andere. Doch ihr Einfluss beschränkte sich nicht auf ein Genre: Sie arbeitete mit Pop-, Rock- und Folk-Künstlern, eroberte Broadway mit „9 to 5: The Musical“ und begeisterte sogar ein junges Publikum durch ihre Rolle in „Hannah Montana“.


Mehr als eine Sängerin: Eine Humanistin und Vordenkerin

Dolly Parton war nicht nur eine musikalische Legende, sondern auch eine Frau mit einem großen Herzen. Ihr soziales Engagement war legendär: Mit ihrer „Imagination Library“ förderte sie die Lesefähigkeit von Kindern weltweit, und während der Pandemie spendete sie Millionen für die Entwicklung des Moderna-Impfstoffs. Sie setzte sich für Bildung, Tierschutz und die Rechte von Frauen ein – stets bescheiden und ohne großen Trara.

Ihre Persönlichkeit war ebenso strahlend wie ihr Talent. Mit ihrem markanten Aussehen, ihrem scharfen Witz und ihrer Fähigkeit, jeden Raum mit Wärme zu füllen, wurde sie zu einer Symbolfigur für Authentizität. „Es kostet viel Geld, so billig auszusehen“, scherzte sie oft über ihr glamouröses Image – doch hinter dem Glitzer verbarg sich eine Frau, die nie ihre Herkunft vergass.


Ein Vermächtnis, das bleibt

Dolly Partons Musik wird weiterklingen, in den Herzen ihrer Fans, auf den Bühnen dieser Welt und in den Geschichten, die sie erzählt hat. Sie war eine Pionierin, die Grenzen sprengte, eine Trösterin in schweren Zeiten und eine Quelle der Freude. Ihr Lied „Light of a Clear Blue Morning“ wird für viele zum Symbol ihrer eigenen Hoffnung bleiben – so wie sie selbst es für so viele war.

Die Welt trauert um eine Künstlerin, die nicht nur mit ihrer Stimme, sondern mit ihrer Menschlichkeit berührte. Doch wie sie selbst sagte: „Ich sehe mich nicht als Star, sondern als jemand, der einfach nur singt und Geschichten erzählt.“ Und diese Geschichten werden uns für immer begleiten.

Dolly Parton – 19. Januar 1946 bis 27. August 2026 (KI)