Montag, 16.Feber 2026
StartTodesfälle & EhrungenHighlights Todesfälle & EhrungenNachruf auf Dr. Paul M. Noble (1935–2025) – Ein Leben für die...

Nachruf auf Dr. Paul M. Noble (1935–2025) – Ein Leben für die Musik zwischen Virginia und England

Am 19. August 2025 verstarb mit Dr. Paul M. Noble ein außergewöhnlicher Verleger, Arrangeur und Musikwissenschaftler, dessen Wirken die Welt der Blasmusik nachhaltig prägte. Erst jetzt erreicht uns die traurige Nachricht – ein Moment, um innezuhalten und das vielseitige Schaffen eines Mannes zu würdigen, der sein Leben der Musik und der Verbindung zwischen den USA und England widmete.


Ein musikalisches Erbe zwischen zwei Kontinenten

Dr. Paul M. Noble, der den Großteil seines Lebens in Virginia (USA) verbrachte, war nicht nur ein begnadeter Arrangeur, sondern auch ein leidenschaftlicher Bewahrer britischer Musikkultur. Als 32. Urenkel von Alfred dem Großen, König von England, fühlte er sich zeitlebens den Cotswolds, Gloucestershire, Winchester und Cheltenham verbunden – Regionen, die auch den Komponisten Philip Lane prägten, mit dem Noble eine besondere künstlerische Verbindung teilte. Diese tiefe Verbundenheit mit England durchzog sein gesamtes Werk und machte ihn zu einem Brückenbauer zwischen amerikanischer und britischer Blasmusiktradition.

Schon während seiner High-School-Zeit begann Noble, für Blasorchester und Jazz-Ensembles zu arrangieren – eine Leidenschaft, die er während seines Bachelor- und Masterstudiums am Shenandoah Conservatory of Music, der Indiana University und der Catholic University of America weiter verfolgte. Seine Studien führten ihn zudem an die Universitäten von Michigan und Virginia, wo er nicht nur als Student, sondern auch als Lehrer und Dirigent auf allen Ebenen wirkte, von Schulensembles bis hin zu professionellen Klangkörpern.


Ein Verleger mit Vision: Bandmusicpdf.net und die Zusammenarbeit mit großen Namen

Nobles Name ist untrennbar mit Bandmusicpdf.net verbunden, einem Verlag, den er als Mitgründer und Arrangeur zu einer der wichtigsten Anlaufstellen für Blasmusikliteratur machte. Seine Arrangements – darunter Werke von John Rutter, Philip Lane, William Walton, Gordon Jacob und Sir David Willcocks – werden weltweit aufgeführt und sind fester Bestandteil von Festivalprogrammen in den USA und Großbritannien. Als Licensed Edition Publishing Partner von Oxford University Press und Mitglied der American Bandmasters Association setzte er Maßstäbe für Qualität und Innovation im Bereich der Blasmusik.

Ein besonderes Highlight seiner Karriere war die CD-Einspielung seiner Arrangements durch die Birmingham Symphonic Winds unter der Leitung von Keith Allen, die über Arabesque Recordings veröffentlicht wurde. Diese Aufnahme dokumentiert nicht nur sein handwerkliches Können, sondern auch seine Fähigkeit, britische und amerikanische Musikkultur zu vereinen.


Ein Vermächtnis, das weiterklingt

Dr. Paul M. Noble hinterlässt ein umfangreiches Werk von über 350 Arrangements, die in Konzertsälen, Schulen und Festivals auf der ganzen Welt gespielt werden. Sein Engagement für die Blasmusik, seine Leidenschaft für britische Komponisten und seine unermüdliche Arbeit als Verleger, Lehrer und Dirigent machen ihn zu einer prägenden Figur der Musikszene des 20. und 21. Jahrhunderts.

Sein Tod ist ein großer Verlust für die Musikwelt, doch sein Erbe lebt weiter – in den Noten, die er arrangierte, in den Ensembles, die seine Werke spielen, und in den Menschen, die er inspirierte. Möge die Musik, die er so sehr liebte, ihm eine letzte Ehre erweisen.


„Musik ist die Sprache der Seele – und Paul M. Noble gab ihr eine Stimme.“

AUCH INTERESSANT

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

NEUESTE BEITRÄGE

MEHR AUS DIESER KATEGORIE